Wildwasser

Die Faszination Wildwasser

Das Wildwasserfahren hat seinen Reiz in der Befahrung von natürlichen, wilden und abenteuerlichen Flüssen. Dabei ist die Herausforderung, die für sich persönlich perfekte Linie eines Wildflusses oder Abschnitt eines Flusses zu treffen. Ohne Kenterung und ohne Verlassen des Bootes ist dabei natürlich das oberste Ziel. Das schnelle Reagieren und das Zusammenspiel von Kraft und Geschicklichkeit machen die Fahrt zu einem besonderen Abenteuer. Entsprechend seiner persönlichen Fähigkeiten und Erfahrungen kann der Paddler zwischen verschiedenen Schwierigkeitsgrade wählen und so seine ganz individuelle Herausforderung meistern. Meistens tut sich der Paddler mit Gleichgesinnten zusammen, um sich gegenseitig auf dem Fluss zu sichern und um gegenseitig von den Erfahrungen zu profitieren. Weitere Informationen rund ums Wildwasserfahren im KK Unna folgen in den nächsten Abschnitten.

Schwierigkeitsgrade im Wildwasser

Je nach individueller Fähigkeit und Erfahrung oder auch Lust und Reiz können Flüsse/Flussabschnitte gewählt werden mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Es gibt die Stufen WW1 (Wild Wasser 1) bis WW6.

Felix während der Befahrung der Wellerbrücke auf dem Fluss Ötztaler Ache (WW 5-6)

Dabei reicht die Spanne von WW 1 für nahezu Zahmwasser (kleine Schwälle/Stromschnellen) bis hin zu WW 5-6 für extrem schwierige und unbefahrbare Strecken (siehe Bild).

Ein Anfänger wird bei den Wildwasserstufen 1 und 2 leichte Probleme bekommen, sich in der Regel aber nicht ernsthaft verletzen oder Bootsmaterial verlieren. Im Allgemeinen kann ein geübter Paddler die Wildwasserstufen 3 und 4 mit einer gewissen Grundausdauer gut meistern. Ein Fluss der Wildwasserstufe 5 und 6 erfordert ein hohes Maß an Erfahrung, körperlicher Fitness, mentale Stärke und Bootsbeherrschung. Die einzelnen Fahrten sollten bzw. müssen ausreichend gesichert sein und sollten/werden folglich in Gruppen absolviert.

Eine detaillierte Beschreibung der einzelnen Wildwasserstufen findet der interessierte Leser hier.

Sicherheit im Kanuklub Unna

Der Kanuklub Unna hat bei sämtlichen Wildwasserfahrten ein gut funktionierendes Sicherheitskonzept. Es gibt regelmäßig Wildwasserlehrgänge auf der Ruhr und in Hohenlimburg sowie Erste Hilfe Kurse.

Grundsätzliches bei Wildwasserfahrten:

  • ein Fluss wird mindestens mit drei Paddlern befahren (je nach Wildwasserstufe und Erfahrung/Können auch mal zu zweit)
  • es gibt für Neulinge vor jeder Tour eine Einführung wichtiger Hinweise und Zeichen (Handzeichen)
  • es wird immer in einer vorher festgelegten Reihenfolge gepaddelt –> ein äußerst erfahrener Paddler fährt die Linie für alle nachfolgenden Paddler vor und hält Ausschau nach kritischen Stellen und stoppt ggf. die gesamte Gruppe, Neulinge oder unerfahrene Paddler werden vor und hinter einem erfahrenen Paddler eingeordnet, ein äußerst erfahrener Paddler fährt am Ende, um bei Kenterungen schnell zur Hilfe zu kommen
  • mindestens zwei erfahrene Paddler (meist der Vorfahrer und der Schlussmann) führen ein Notfallhandy mit sich
  • mindestens zwei erfahrene Paddler führen ein Erste Hilfe Notfallkit mit sich
  • bei kritischen Stellen steigen ein oder mehrere Paddler aus und sichern die Befahrung vom Ufer aus mit Hilfe von Wurfsäcken
  • jeder Paddler besitzt ein Cowtail, um Boote/Paddel zu bergen
  • es gibt Handzeichen zur Kommunikation für z.B. unbefahrbare Stelle; Schwimmer; Kehrwasser suchen und auf weitere Anweisungen warten; halte dich rechts; halte dich links etc.

Weiterhin wird während der Lehrgänge folgendes geübt: Bewusstlose Paddler aus den Booten bergen, der richtige Einsatz von Wurfsäcken, Bootsbergung bei Kenterung etc.

Rund ums Wildwasserfahren

Der Kanuklub Unna organisiert regelmäßig Wildwasserfahrten für Anfänger und Fortgeschrittene. Meist wird beides kombiniert, damit immer genügend erfahrene Paddler die neue Generation ausbilden können. Es gibt eine traditionelle Wildwasserfahrt, die jedes Jahr über das Pfingstwochenende stattfindet. Bei solchen Fahrten wird dann ein Campingplatz angefahren, der möglichst in der Nähe mehrerer Wildwasserflüsse liegt.

Der Verein verfügt über zwei große Baumwollzelte und eine Vielzahl an Campingutensilien (Bierbänke, große Gaskocher, Gasflaschen, große Pfannen und Töpfe, Lampen etc.). An einem Tag werden in der Regel zwei Flüsse befahren. Abends wird dann gemeinsam gekocht und je nach Wetterlage ein Lagerfeuer gemacht. Gemeinschaftliche Spiele wie „Werwolf“ schließen einen erfolgreichen Wildwasser Paddeltag ab und alle Paddler fallen auf die Matratze.